Motivational Interviewing

Beim Motivational Interviewing nach Wiliam R. Miller und Stephen Rollnick handelt es sich um ein Konzept zur Verhaltensänderung. Wenn ein bestimmtes Verhalten einer Person eher schadet, vielleicht sogar langfristig, ist es sinnvoll, gemeinsam eine Motivation hin zu einer Verhaltensänderung zu erarbeiten.

Es geht in erster Linie um das Erkennen von Diskrepanzen zwischen tatsächlichem und gewünschten Zustand. Beispielsweise wissen viele Eltern eigentlich, dass es wichtig wäre, Regeln für den Medienkonsum ihrer Kinder aufzustellen. Dennoch gelingt es ihnen häufig nicht, dies im stressigen Alltag umzusetzen. Raucher wissen eigentlich, dass eine Reduktion ihres Zigarettenkonsums vorteilhaft für die Gesundheit sein könnte. Aber es fällt ihnen außerordentlich schwer, dem Glimmstengel zu widerstehen. Viele Menschen wissen aus Erfahrung, dass sie durch Auszeiten vom Alltag wieder neue Energie und Wohlbefinden erlangen könnten. Trotzdem schaffen sie es nicht, diese Energiequellen, beispielsweise Natur erleben, Sport treiben oder Freunde treffen, regelmäßig in ihren Alltag zu integrieren. Ein Partner spürt deutlich, dass es dringend Themen in der Partnerschaft zu klären gäbe, aber aus verschiedenen Gründen wagt er bzw. sie nicht den ersten Schritt zu einem Gespräch.

Mit Motivational Interviewing soll die Veränderungsmotivation aufgebaut bzw. gestärkt werden. Klient und Therapeut schauen gemeinsam, was für oder gegen eine Veränderung spricht. Zum anderen erfassen sie auch Gründe für oder gegen den Erhalt des Status quo. Mit dieser Form der Entscheidungswaage ist es möglich, alle Argumente für bzw. gegen eine Veränderung abzuwägen. Es geht auch um das Erkennen und Bearbeiten von Widerständen, die eine Person in sich spürt und die mögliche Veränderungen blockieren.  Ziel des Motivational Interviewing ist das konkrete Erarbeiten von ersten Schritten in Richtung gewünschtem Zustand.

Die Ausbildung im Motivational Interviewing habe ich 2015 absolviert.