Pubertät

Zwischen Kindheit & Erwachsensein
Die Pubertät stellt in jeder Hinsicht eine stürmische Zeit dar. Sie ist geprägt von Umbruch und Veränderung im körperlichen, geistigen, emotionalen und sozialen Bereich. Die Entwicklung verläuft in den einzelnen Bereichen nicht gleichzeitig. Meist eilt die körperliche Entwicklung den anderen Bereichen weit voraus. Der  Jugendliche sieht oft körperlich voll ausgereift wie ein Erwachsener aus. Er besitzt aber noch nicht die emotionale Reife eines Erwachsenen. Der Pubertierende befindet sich in einer Zwischenstellung.

Er ist kein Kind mehr, aber auch noch kein Erwachsener. Das führt häufig zu Überforderung, was Selbstständigkeit und Eigenverantwortung betrifft. Andererseits behandeln viele Erwachsene den Jugendlichen noch wie ein Kind, auch in Bereichen, die er bereits selbst verantworten kann. 

Typische Verhaltensweisen sind Rückzug, Ignorieren oder Überhören elterlicher Aufforderungen sowie Aggressionen. Demgegenüber steht kindliches Herumalbern und anlehnungsbedürftiges Verhalten. Zwischen diesen Polen wechselt die Stimmung teilweise im Minutentakt.

Veränderungen auf allen Ebenen
Jugendliche vernachlässigen in dieser Phase teilweise früher gepflegte Interessen und Hobbies. Das Engagement für schulische Verpflichtungen lässt zu wünschen übrig. Eine Beteiligung an Haushaltspflichten kann häufig nur durch mühevolle und/oder lautstarke Auseinandersetzungen erreicht werden. Das Verhalten der Eltern wird von den Jugendlichen nicht selten als peinlich empfunden und dies wird auch so geäußert. Hier ist es wichtig, einen guten Umgang mit der eigenen Kränkung zu finden. Erkennen Sie die Phase der Pubertät als das an, was sie ist: ein enorm wichtiger Schritt in Richtung Selbstständigkeit.

Die Entwicklungsaufgaben, die Heranwachsende in dieser auch für sie äußerst schwierigen Zeit zu bewältigen haben, sind Herausforderung und Chance zugleich. Sie müssen ein Selbstbild und ein eigenes Wertesystem entwickeln, die erste Beziehung aufnehmen, Sexualität entdecken, ihren weiteren Lebensweg planen, einen angemessenen Umgang mit Suchtmitteln erproben und vieles andere mehr. 

Veränderung der Elternrolle
Obwohl in der Pubertät die Bedeutung der Beziehungen zu Gleichaltrigen zunimmt und die Bedeutung der Beziehung zu den Eltern abnimmt, können Sie als Eltern Ihr Kind auch in dieser Phase gut begleiten. Versuchen Sie, weiterhin am Alltag Ihres Kindes Anteil zu nehmen. Zeigen Sie Interesse, stellen Sie Fragen ohne zu verhören und genießen Sie die positiven Momente. Sie werden weiterhin als Ratgeber geschätzt, wenn Ihr Kind sicher sein kann, dass es eigene Erfahrungen machen darf, die von Ihrem Rat abweichen. Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass Sie es als eigene Persönlichkeit annehmen, so, wie es ist.

Ablösung – zwischen Stolz und Wehmut
Der Ablöseprozess ist für beide Seiten wichtig. Nicht nur Heranwachsende müssen ihren eigenen Weg finden, auch Eltern müssen sich von ihren Kindern lösen. Sie müssen sie eigene Wege gehen lassen, nachdem sich ihr Leben meist jahrelang stark um ihr(e) Kind(er) gedreht hat und eigene Interessen eventuell vernachlässigt wurden.

Mein Angebot
Mitunter entstehen im Laufe des Ablöseprozesses starke Emotionen – von Stolz und Zufriedenheit über Angst und innere Leere und Bedauern über verpasste gemeinsame Zeiten bis hin zu Verzweiflung über die bevorstehende „Trennung“. Falls diese Gefühle für Sie alleine nicht mehr zu bewältigen scheinen, unterstütze ich Sie gern dabei, den Ablöseprozess positiv zu gestalten.