Gedanken zum Muttertag

Am 12.05. ist Muttertag – vielleicht eine gute Gelegenheit, einmal innezuhalten und über die Beziehung zu unserer Mutter und unsere eigene Rolle als Mutter nachzudenken. Es ist mittlerweile unstrittig, dass unsere frühen Kindheitserfahrungen, insbesondere die Beziehungserfahrungen, die wir als Kinder mit unseren Eltern gemacht haben, einen großen Einfluss auf unsere eigene Rolle als Mutter haben. Häufig reproduzieren wir diese alten Muster im Hier und Jetzt. Aus diesem Grund kann es durchaus lohnend sein, die Beziehung zur eigenen Mutter einmal näher zu betrachten.


Meine Beziehung zu meiner Mutter

Was fällt mir als erstes ein, wenn ich an meine Mutter denke?

Wenn das Verhältnis zur eigenen Mutter belastet ist, können folgende Fragen Anhaltspunkte für eine positivere Betrachtung bieten:
– Wofür bin ich meiner Mutter (trotz allem) dankbar?
– An welche schönen Erlebnisse mit meiner Mutter kann ich mich erinnern?
– Welche Konflikte stehen derzeit (womöglich unausgesprochen) zwischen uns?
– Welche Veränderungen wünsche ich mir und welche Schritte sind hierfür möglich bzw. nötig?

Die Vergangenheit ist nicht veränderbar. Ändern können wir jedoch unsere Sichtweise auf die Vergangenheit. Wir können Positives aufspüren und Negatives akzeptieren lernen. Durch einen Perspektivwechsel kann es uns gelingen, innerlich Frieden zu schließen. Unter Anleitung können wir uns in die Vergangenheit zurückversetzen und uns in die Situation unserer Mutter einfühlen. Durch diese neue Betrachtungsweise ist es vielleicht in einem gewissen Rahmen möglich, Verständnis für ihr damaliges Verhalten aufzubringen. Diese Erfahrung kann heilsam sein und sogar einen Neuanfang für die Beziehung zu unserer Mutter bedeuten.

Allerdings weiß ich natürlich auch, dass Probleme nicht immer lösbar sind. Manchmal ist eine Versöhnung nicht möglich, weil einer der beiden oder beide dafür aus verschiedensten Gründen nicht bereit sind. Dann gilt es, sich bestmöglich mit der Situation zu arrangieren. Auch hierfür gibt es Methoden, um Frieden zu schließen und psychische Belastungen zu reduzieren.


Meine Rolle als Mutter

Eins gleich vorneweg: Egal, wie sehr wir uns anstrengen, es wird immer Dinge geben, die uns unsere Kinder später vorwerfen, Dinge, die wir aus ihrer Sicht falsch gemacht haben. Unsere Kinder werden sich an Momente erinnern, in denen sie sich unverstanden gefühlt haben. Insbesondere bei Geschwisterkindern ist das Gefühl unvermeidbar, ungerecht behandelt worden zu sein. Wichtig ist, mit unseren Kindern im Gespräch zu bleiben. Dies gilt umso mehr für herausfordernde Entwicklungsphasen, wie beispielsweise die Pubertät. Wenn wir als Mutter von unnützen Machtkämpfen absehen und auch mal den ersten Schritt machen oder eventuelle Fehler zugeben und uns dafür entschuldigen können, ist für die Beziehung viel gewonnen. Auf der anderen Seite müssen wir als Mutter genauso klar machen, was unsere Bedürfnisse sind und über welche Verhaltensweisen unserer Kinder wir uns geärgert haben oder was uns verletzt hat.   

Wir müssen weder als Mutter noch als Tochter perfekt sein und immer für alles eine Lösung oder Antwort parat haben. Bleiben wir „einfach“ wir selbst und versuchen, auch im größten Streit die Tür zum anderen nie ganz zu verschließen. Oder nutzen wir den Muttertag für den Versuch, eine verschlossene Tür wieder zu öffnen.

Wenn Sie an der Beziehung zu Ihren Kindern oder zu Ihrer Mutter arbeiten möchten, vereinbaren Sie einen Termin bei mir. Ich unterstütze Sie gern auf Ihrem Weg zu harmonischeren Familienbeziehungen.

Ich wünsche Ihnen von Herzen einen schönen Muttertag. Gönnen Sie sich eine Auszeit und tun Sie sich etwas Gutes!